Angels - Mythos in der Reproduzierbarkeit
Lichtmalerei
Das Medium der 1951 in Chicago geborenen Künstlerin Lesley Schiff ist die Lichtmalerei. Seit ihrem Abschluss am Art Institute of Chicago 1974 lebt und arbeitet die Künstlerin in New York. Schiff entdeckte den Farb-Laser-fotokopierer 1981 auf der Suche nach einem neuen Ausdrucksmittel, welches sowohl Malerei als auch ein der zeitgenössischen amerikanischen Kultur entsprechendes Medium einschloss. Im selben Jahr fand ihre mehrteilige Xerox-Arbeit Seasons Eingang in das Metropolitan Museum of Arts.
Angels
Die in der Galerie arté-wallhoff ausgestellten Werke angels, thematisieren, wie der Titel bereits aussagt, verschiedene Engelmotive.
Grundlage für den Titel der Ausstellung und der gängigen Vorstellung von Engeln bildet das Alte Testament. In der Schöpfungsgeschichte werden die Elohim mehrfach genannt, zusätzlich fliesst der grosse Reichtum jüdischer Sagen in die Vorstellungen christlicher Darstellungen ein. Die zahllosen Namen der Erzengel wurden durch die Kirchenväter schon in frühchristlicher Zeit auf sieben begrenzt. Vor allem vier dieser Namen werden immer wieder in den Darstellungen gebraucht: Gabriel, Michael, Raphael und Ariel. Stets werden sie in ihrer überirdischen Erscheinung in engem Zusammenhang mit der Gestalt von Christus dargestellt. Sie stehen in ihrer Funktion als Vermittler von Botschaften und zwischen Menschlichem und Übermenschlichen, als Herrscher unter den Engeln oder als Schutzengel.
Kritisch könnte man anführen, dass das, was früher Engelsgestalten auf einer symbolisch, emotionalen und spirituellen Ebene bedeuteten, heute durch Labels ersetzt wird. Doch, dass dem nicht ganz so ist, zeigt unser fortlebender Glauben an „Schutzengel“ und die an die aktuelle Vielfalt von Engelsdarstellungen anknüpfenden Arbeiten von Lesley Schiff.
